Was ist systemisches Coaching?

May 4, 2026

Es gibt viele Ansätze, wie man Menschen in Veränderungsprozessen begleiten kann: Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, Hypnosetherapie, lösungsfokussiertes Coaching, NLP... Die Liste ist lang. Ich arbeite systemisch – ergänzt mit NLP, Wingwave, Mimikresonanz und anderen Methoden. 

Der systemische Ansatz

Systemisches Coaching bedeutet: Ein Thema wird nicht isoliert betrachtet, sondern im Kontext des gesamten Lebens einer Person. Wir alle sind Teil von Systemen – der Familie, in der wir aufgewachsen sind, unserem beruflichen Umfeld, prägenden Beziehungen. In jedem System gibt es Muster, Rollen und unausgesprochene Regeln. Sie beeinflussen, wie wir denken, entscheiden und handeln – oft ohne dass wir es bemerken.

Der systemische Ansatz fragt deshalb: Was gehört zu diesem Thema, das wir noch nicht sehen? Welche Zusammenhänge spielen eine Rolle? Und was muss passieren, damit sich etwas verändern kann?

Monika wollte abnehmen

Monika hatte schon vieles versucht: Diäten, Sport, Ernährungsberatung. Es funktionierte jeweils eine Weile. Dann nicht mehr. Im Coaching haben wir nicht das Gewicht, sondern ihr Leben als Ganzes in den Blick genommen. Dabei tauchte etwas Unerwartetes auf: In ihrer Firma wurde Monika von allen geliebt. Kolleg:innen, Vorgesetzte und Kund:innen nannten sie liebevoll "die Mamma" – warm, verlässlich, eine Stütze für alle. Sie genoss dieses Ansehen sehr.

Im Coaching wurde deutlich: Sie verknüpfte diesen Status unbewusst mit ihrem Körper. “Eine Mamma muss rund sein.” Ihre Grossmutter, die sie sehr geliebt hatte und der sie sich tief verbunden fühlte, war ebenfalls eine rundliche, herzliche Frau gewesen. Monika war unbewusst überzeugt: Wenn sie abnehmen würde, dann würde sie Einfluss und Zugehörigkeit verlieren. Das war nicht rational, aber für sie sehr real.

Sobald dieser Zusammenhang sichtbar war, fiel der unbewusste Widerstand weg. Ihre Abnehmversuche begannen zu fruchten. Weil das eigentliche Hindernis nicht die leckere Pasta gewesen war.

Im Coaching

Wir schauen dabei auch auf die Vergangenheit: auf Muster, Glaubenssätze, unausgesprochene Erwartungen. Ich sage dir nicht, was du tun sollst – das entscheidest du zu jedem Zeitpunkt selbst. Aber ich bringe Erfahrungen aus vielen Gesprächen mit, teile Beobachtungen und zeige manchmal, wie andere Menschen ähnliche Situationen angegangen sind. Coaching ist lösungsorientiert. Wir verstehen, wo Ansatzpunkte sind und arbeiten dann daran, wie neue Wege aussehen können. Was wir nicht tun: Traumata heilen, Diagnosen erstellen und eine Therapie durchführen. Dafür gibt es andere Menschen mit der passenden Ausbildung.

Mein Methodenmix

Meine Grundausbildung ist systemisch. Je nach Situation ergänze ich mit weiteren Ansätzen:

Systemische Strukturarbeit und Aufstellungen

Mit Stühlen, Seilen, Gegenständen oder Personen werden Themen räumlich sichtbar gemacht. Was der Kopf nicht auflösen kann, zeigt sich manchmal sehr direkt, wenn man einer Situation buchstäblich gegenübersteht. Mehr dazu in meinem Blogpost zur Strukturarbeit.

Innere Anteile, inneres Team, inneres Kind 

In uns gibt es verschiedene innere Stimmen und Anteile – den kritischen Teil, den ängstlichen, den mutigen, den kindlichen. Sie entstehen durch Erfahrungen und Prägungen und beeinflussen uns täglich, oft ohne dass wir es bemerken. In der Coaching-Arbeit machen wir diese Anteile sichtbar, bringen sie in Dialog miteinander – und schaffen so mehr innere Klarheit und Handlungsspielraum.

NLP – Neuro-Linguistisches Programmieren

INLP arbeitet damit, wie wir Sprache und innere Bilder verwenden und wie wir sie gezielt verändern können. Besonders hilfreich bei Glaubenssätzen, die sich hartnäckig halten, oder wenn sich Verhalten durch Nachdenken allein nicht ändert.

Wingwave

Wingwave löst emotionale Blockaden oft schnell und überraschend präzise. Die Methode arbeitet mit abwechselnden Reizen – zum Beispiel folgt man mit den Augen einer Bewegung von links nach rechts. Das klingt simpel, hat aber eine direkte Wirkung auf das Nervensystem und basiert auf einem gut erforschten Verfahren aus der Traumatherapie.

Was es von anderen Methoden unterscheidet: Man braucht keine langen Gespräche über das Problem. Oft reicht es, die Blockade zu benennen – der Rest passiert auf einer körperlichen Ebene. Gut geeignet bei Auftrittsblockaden, Prüfungsangst oder belastenden Erinnerungen, die immer wieder auftauchen. 

Mimikresonanz

Die Mikromimik – die unbewussten Gesichtsausdrücke, die für Millisekunden auftauchen, bevor wir sie kontrollieren – gibt mir zusätzliche Information darüber, was jemanden im Inneren bewegt, auch dann, wenn es noch keine Worte dafür gibt.

Du musst nicht wissen, welche Methode zu deinem Thema passt. Ich wähle jeweils die passende Methode oder einen Mix davon.